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Ulrich Brückmann übernimmt für das nächste Projekt die Leitung des Kammerchors Bruchsal

Ulrich Brückmann

Der Kammerchor Bruchsal freut sich über die Zusammenarbeit mit Ulrich Brückmann. Das nächste Konzert wird im Herbst 2017 stattfinden. 

Ulrich Brückmann studierte an der Musikhochschule Karlsruhe Klavier, Gesang und Dirigieren.

Seit dieser Zeit ist Leiter mehrerer Chöre im Badischen Chorverband: Er ist Chorleiter des Just-for-fun-Chores beim GV Frohsinn Oberacker, des Betriebschores der Sparkasse Karlsruhe-Ettlingen, des Jugendchores der Musikschule Mehrklang und mehrerer Schulchöre in Bad Schönborn.

Seit 2004 ist er Gruppenchorleiter des Chorverbandes Karlsruhe-Rheinstetten und in dieser Eigenschaft auch in der Ausbildung und Weiterbildung von Vizechorleiterfortbildungen des Verbandes tätig. Er arbeitet als Lehrer für Klavier und Musiktheorie an der Musikschule Mehrklang Bad Schönborn.

Von 1998 bis 2013 war Korrepetitor und Pianist am Palladium-Musicall-Theater in Stuttgart und ist z.Z. Keyboarder im Orchester verschiedener Festspiele (Ettlinger Schlossfestspiele, Bad Hersfelder Festspiele).

Ulrich Brückmann ist gefragter Klavierbegleiter für Sänger und Begleiter für Chorkonzerte.

 

„O Magnum Mysterium“

Glanzvolles Konzert des Kammerchors in der Barockkirche St. Peter Bruchsal

Am schönsten und besten Ort, den Bruchsal, ja die ganze Region zu bieten hat, zelebriert der Bruchsaler Kammerchor und erstmals unter neuer Leitung ein lupenreines A-Cappella-Programm der besonderen Art im besonderen Ambiente. Konzerte mit anspruchsvoller Musik sind in St. Peter immer Kunstsparten übergreifend, immer multisensorisch für Auge und Ohr. Letzteres im doppelten Sinne, weil das Gehörte eine Leistung der Musiker und Sänger abbildet, gleichzeitig aber von der einmaligen Raumakustik erhöht, quasi vergoldet wird. Was den geneigten Zuhörer beglückt, ist für die Akteure eine besondere Herausforderung, weil der kuppel-verzögerte Nachhall äußerste Präzision der Tempi und Artikulation abverlangt. Genau das ist es, was dem Schirrmeister-Nachfolger Andreas Christoph Meier meisterhaft gelang, nämlich mit dem Raum musizieren, geduldig die Echos auskosten und die denkbar größte dynamische Spannweite wagen. Vom gesunden fast Te-Deum-geeigneten Fortissimo bei Bruckner bis zum unerhörten Pianissimo in erlösenden Dur-Schlüssen bei Reger, Brahms und Mendelssohn. Erlesene Motetten aus Romantik bis Gegenwart und ein thematischer Rahmen, der den theologischen wie auch musikologischen Meister erkennen lässt. Im Wechsel dazu wiederum thematisch abgestimmt ein Reigen Bach’scher Orgelmusik mit Johannes Sieber im Bruchsaler Heimvorteil, der in Freiburg Schul- und Kirchenmusik studierte und aktuell zu den Gefragtesten seiner Zunft zählt. Mit Bach fang an, mit Bach hör auf, nicht ganz, weil im Finale die Brahms’sche Variante zum entsprungenen Ros besser passte, zeigte er sein Meisterschaft mit kluger Registrierung, ein Aufwach-Tutti zum Einstieg, flinke Virtuosität in BWV 601 und ausgekostete Linien und Phrasierungen in den Leipziger- und Schübler-Chorälen, auch in den Choralvorspielen aus dem Orgelbüchlein. Der mit versierten Stimmen besetzte Kammerchor gestaltet durchweg hoch konzentriert mit homogenem Diskantklang, präsentem Alt, auch als zweiter Sopran in Engführungen überzeugend, mit tragfähigem Tenor in allen Höhen und einem immer kultiviert fundierenden Bass. Dem wohlvorbereiteten Chor gelingen alle freien Sprünge in andere Tonarten, er phrasiert immer sensibel, niemals aufdringlich und genießt den Klangzauber im dafür idealen Kirchenraum. Der Dirigent hat die Noten im Kopf, was seine hervorragende Meisterschaft und solide Vorbereitung beweisen. Den Feinschliff erhielt der gebürtige Mittelbadener und ebenfalls professionelle Schul- und Kirchenmusiker an den Hochschulen in Karlsruhe und Rottenburg. Seine künstlerische Schuhgröße ist passgenau zu Martin Schirrmeisters Fußstapfen, und für den Bruchsaler, aber auch überregional anerkannten und gelobten Kammerchor ein Glücksfall, mit Andreas Meier künftig zu arbeiten. Feinste Klangfarben in Anton Bruckners Virga Jesse (1885) und ein Gänsehaut auslösendes dreifach-Pianis-simo im E-Dur-Schluss des Allelujas im wirklich einmaligen Klangerlebnis für alle Freunde anspruchsvoller Chormusik.

Zeitgenössisch endet das bemerkenswerte Konzert mit dem titelgebenden „O magnum mysterium“ von Morten Lauridsen vor dem Weihnachtsklassiker „Es ist ein Ros entsprungen“ von Michael Prätorius, das Andreas Meier auf Halbe dirigiert, weil er weiß, wie man tragfähige Linien zeichnet und musikalische Spannung in die große Akustik zaubert. Und da kommt Friedrich Schiller in den Sinn, weil die hohe Kunst uns an goldenen Ringen zwischen Erd‘ und Himmel schwebend hält.

Johann Beichel

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O magnum mysterium – Das große Geheimnis von Weihnachten

Was erscheint uns in unserer heutigen Zeit noch als das große Geheimnis von Weihnachten? Die Konsumgesellschaft verlagert das Fest zunehmend nach vorne und löst es von seinem christlichen Ursprung. Dass mittlerweile die ehemals so beliebten Weihnachtsplätzchen offiziell als Herbstgebäck bezeichnet werden, mag den Zeitgenossen an den ideologischen Jargon der DDR erinnern. Ist Weihnachten also entmystifiziert? Was ist das große Geheimnis des Weihnachtsfestes, das sich jedes Jahr beständig erneuert? Dazu müssen wir auf den eigentlichen Kern von Weihnachten blicken. Eine Heilserwartung und der Wunsch nach der Begegnung mit dem Göttlichen ist vielen Religionen eigen. Dieser Begegnung, die eine Begegnung der Gegensätze ist, wollen wir in unserem Konzertprogramm nachspüren. Eine Geschichte und eine Hoffnung, die die Menschen seit ewigen Zeiten beschäftigt und begleitet. Ungefähr 400 Jahre sind vergangen, seit das letzte Buch des Alten Testaments abgeschlossen wurde. In einer Zeit, in der sich das Volk Israel heftigen Unruhen und Unterdrückung durch Antiochus Epiphanes ausgesetzt sieht, ist die Hoffnung auf den verheißenen Messias, der Frieden bringen soll, allgegenwärtig. Der Weg aus der Finsternis zum Licht führt uns aus den düsteren Regionen der Anfangstonart f-moll hin zu den lichten Ebenen der Schlusstonart F-Dur. Die hochkomplexen Chorstücke unseres Programms werden von zwei schlichten Chorälen eingerahmt und es scheint, als wehe in diesen einfachen Liedern eine Wahrheit aus uralter Zeit zu uns herüber. »In minimis maximus« – im Kleinsten liegt das Größte verborgen. Der große Gott offenbart sich als kleines Kind und bringt den Frieden in die Welt. Gott schenkt den Menschen aus Gnade Erlösung, nicht als Lohn für ein asketisches Leben oder terroristische Gewalttaten, aus Liebe zu allen, die glauben.

O magnum mysterium – Was bliebe anderes zu sagen.

Andreas Christoph Meier