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ANDREAS CHRISTOPH MEIER

Stabübergabe beim Kammerchor Bruchsal

Der Kammerchor Bruchsal hat nach einem sorgfältigen  Auswahlverfahren und mit großer Mehrheit einen neuen Dirigenten gewählt: Andreas Christoph Meier tritt die Nachfolge von Martin Schirrmeister an, der nach 31 Jahre die Leitung des Chores abgegeben hat.
Andreas Christoph Meier studierte zunächst Schul- und Kirchenmusik (A-Examen) mit den Hauptfächern Orgel, Dirigieren und Gesang an den Hochschulen in Karlsruhe und Freiburg sowie Geschichtswissenschaften an der Universität Freiburg. Sein Gesangsstudium beendete er an der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg mit dem Konzertexamen.
Er war mehrere Jahre musikalischer Assistent am Bezirkskantorat Rastatt, weitere Tätigkeiten als Kantor der Seelsorgeeinheit Bühlertal und als Dozent in der Kirchenmusikerausbildung der Erzdiözese Freiburg folgten.
DSC_8136_1Als Dirigent hat Andreas Christoph Meier mit allen Formationen gearbeitet und leitete Musik vom Mittelalter bis zur Moderne. Unerlässlich ist ihm dabei eine historisch angemessene und lebendige Interpretation, die die Musik und ihre Aussage kompromisslos in den Mittelpunkt stellt.
Auch unter der neuen Leitung wird der Kammerchor Bruchsal seinen Schwerpunkt in der geistlichen Chormusik des Barock bis zur Romantik setzen, aber auch das Repertoire in die Zeit vor dem Barock und in die Chorliteratur der Gegenwart erweitern.
DSC_8119_1Der Chor begrüßte ihn standesgemäß mit einem »Musenkuss«, einem regionalen Tropfen vom Bruchsaler Michaelsberg und freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihm. Das nächste Konzert »O magnum mysterium«, das die Weihnachtsgeschichte mit Stücken aus verschiedenen Epochen beleuchtet, ist für die Adventszeit 2016 geplant.
Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Herrn Meier!

 


Das schreibt die BNN zum Passionskonzert:

Ergreifende Matthäuspassion

Martin Schirrmeister verabschiedet sich als musikalischer Leiter des Kammerchors Bruchsal

Kaum waren die Klänge des Chors zu den Worten „Wir setzen uns in Tränen nieder“ verklungen, erhoben sich auch schon die ergriffenen Zuhörer mit feuchten Augen, um am Ende der großartigen Darbietung der „Matthäuspassion“ von Johann Sebastian Bach den Ausführenden ihren Respekt zu zollen, wobei das Bewusstsein, Martin Schirrmeister als musikalischen Leiter zum letzten Mal erlebt zu haben, eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben dürfte. Die Einstudierung dieser Komposition, Gipfel ihrer Gattung, Offenbarung von zeitloser Vollkommenheit, bedarf einer äußerst sensiblen Herangehensweise, eines ausgeprägten Gespürs für die dem Werk innewohnende Dramatik einerseits und der Schwermut und Elegie andrerseits. Dank dieser Fähigkeiten gelang dem musikalischen Leiter eine mustergültige Interpretation. Die vom Komponisten geforderten beiden Chöre entsprachen den Kammerchören von Bruchsal und Oberaspach. Die Präzision bei den dramatischen Wechselgesprächen und den stürmischen polyphonen Teilen ließ die Zuhörerschaft erstaunen, die klangliche Reinheit insbesondere bei den sehr vom Sprachduktus aus gestalten dynamisch sehr differenzierten Choräle gingen zu Herzen. Die Solisten waren allererste Sahne: Der lyrische Tenor Sebastian Hübner gestaltete seinen Part als Evangelist mit lebendiger Klarheit bis in die höchsten Tonlagen. Dem Bassisten Matthias Horn waren die Jesusworte vorbehalten, Raimund Nolte die Bass-Arien. Beide Sänger mit ihrem voluminösen und zugleich wohltuenden Timbre loteten die Tiefen ihrer Parts sorgfältig aus. Dasselbe gilt für die mit einer edlen Sopranstimme begabte Antonia Bourvé. Besonders eindrucksvoll gestaltete die Altistin Marion Eckstein ihre Arien: in allen Tonlagen präsent, sicher und überlegen in den Koloraturen, eindringlich bei den melodischen Bögen. Ein großes Lob gebührt auch dem Karlsruher Barockorchester: Nie aufdringlich, immer präsent gerierte es sich als idealer Klangkörper, bei welchem Stefanie Kessler (Flöte), Georg Siebert und Anna Seidenglanz (Oboen), Dietrich Schüz und Gundula Jaene (Violinen), mit Alexander Strauss am Cembalo und an der Orgel die Aufgaben der konzertierenden Instrumente bei den Arien mit sicherem Gespür für die barocke Tonsprache überlegen gestalteten. Die Trauerode über den verstorbenen Jesus am Ende dieses legendären musikalischen Ereignisses hallte noch lange nach. Jedoch erstrahlte gleichzeitig das Bild des Auferstandenen an der Wand im Hintergrund in der Lutherkirche: Trost und Symbol des nahenden Osterfestes zugleich.

Herbert Menrath

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