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Wir haben einen neuen Dirigenten:

ANDREAS CHRISTOPH MEIER

ANDREAS CHRISTOPH MEIER studierte zunächst Schul- und Kirchenmusik (A-Examen) mit den Hauptfächern Orgel, Dirigieren und Gesang an den Hochschulen in Karlsruhe und Freiburg sowie Geschichtswissenschaften an der Universität Freiburg. Wichtige Lehrer waren ihm u. a. Morten Schuldt-Jensen (Dirigieren), Helmut Deutsch (Orgel) und Rainer Oster (Cembalo). Sein Gesangsstudium beendete er an der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg mit dem Konzertexamen. Eine bis heute prägende Persönlichkeit ist der Schweizer Bariton Kurt Widmer, von dem er entscheidende künstlerische und musikalische Impulse erhielt.

Andreas Christoph Meier war mehrere Jahre musikalischer Assistent am Bezirkskantorat Rastatt, weitere Tätigkeiten als Kantor der Seelsorgeeinheit Bühlertal folgten. Er konzertiert als lyrischer Bariton regelmäßig im gesamten süddeutschen Raum, u. a. bei den Villinger Münsterkonzerten. Seine große Liebe gilt dem Lied- und Oratoriengesang. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Pianisten Martin Vorreiter, zuletzt mit Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“. Als Dozent für Stimmbildung und Gesang unterrichtet er u. a. im Rahmen der Kirchenmusikerausbildung der Erzdiözese Freiburg.

Andreas Christoph Meier ist als Instrumentalist der Orgel und dem Cembalo verbunden. Hier zählt die Musik des deutschen und französischen Barock zu seinen besonderen Vorlieben. Er konzertiert an bedeutenden historischen Instrumenten, zuletzt an der Dubois-Orgel der Église Saints-Pierre-et-Paul Wissembourg/Elsass und der Stumm-Orgel der Evangelischen Kirche Armsheim.

Als Dirigent hat Andreas Christoph Meier mit allen Formationen gearbeitet und leitete Musik vom Mittelalter bis zur Moderne. Unerlässlich ist ihm dabei eine historisch angemessene und lebendige Interpretation, die die Musik und ihre Aussage kompromisslos in den Mittelpunkt stellt

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Herrn Meier!

 


Das schreibt die BNN zum Passionskonzert:

Ergreifende Matthäuspassion

Martin Schirrmeister verabschiedet sich als musikalischer Leiter des Kammerchors Bruchsal

Kaum waren die Klänge des Chors zu den Worten „Wir setzen uns in Tränen nieder“ verklungen, erhoben sich auch schon die ergriffenen Zuhörer mit feuchten Augen, um am Ende der großartigen Darbietung der „Matthäuspassion“ von Johann Sebastian Bach den Ausführenden ihren Respekt zu zollen, wobei das Bewusstsein, Martin Schirrmeister als musikalischen Leiter zum letzten Mal erlebt zu haben, eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben dürfte. Die Einstudierung dieser Komposition, Gipfel ihrer Gattung, Offenbarung von zeitloser Vollkommenheit, bedarf einer äußerst sensiblen Herangehensweise, eines ausgeprägten Gespürs für die dem Werk innewohnende Dramatik einerseits und der Schwermut und Elegie andrerseits. Dank dieser Fähigkeiten gelang dem musikalischen Leiter eine mustergültige Interpretation. Die vom Komponisten geforderten beiden Chöre entsprachen den Kammerchören von Bruchsal und Oberaspach. Die Präzision bei den dramatischen Wechselgesprächen und den stürmischen polyphonen Teilen ließ die Zuhörerschaft erstaunen, die klangliche Reinheit insbesondere bei den sehr vom Sprachduktus aus gestalten dynamisch sehr differenzierten Choräle gingen zu Herzen. Die Solisten waren allererste Sahne: Der lyrische Tenor Sebastian Hübner gestaltete seinen Part als Evangelist mit lebendiger Klarheit bis in die höchsten Tonlagen. Dem Bassisten Matthias Horn waren die Jesusworte vorbehalten, Raimund Nolte die Bass-Arien. Beide Sänger mit ihrem voluminösen und zugleich wohltuenden Timbre loteten die Tiefen ihrer Parts sorgfältig aus. Dasselbe gilt für die mit einer edlen Sopranstimme begabte Antonia Bourvé. Besonders eindrucksvoll gestaltete die Altistin Marion Eckstein ihre Arien: in allen Tonlagen präsent, sicher und überlegen in den Koloraturen, eindringlich bei den melodischen Bögen. Ein großes Lob gebührt auch dem Karlsruher Barockorchester: Nie aufdringlich, immer präsent gerierte es sich als idealer Klangkörper, bei welchem Stefanie Kessler (Flöte), Georg Siebert und Anna Seidenglanz (Oboen), Dietrich Schüz und Gundula Jaene (Violinen), mit Alexander Strauss am Cembalo und an der Orgel die Aufgaben der konzertierenden Instrumente bei den Arien mit sicherem Gespür für die barocke Tonsprache überlegen gestalteten. Die Trauerode über den verstorbenen Jesus am Ende dieses legendären musikalischen Ereignisses hallte noch lange nach. Jedoch erstrahlte gleichzeitig das Bild des Auferstandenen an der Wand im Hintergrund in der Lutherkirche: Trost und Symbol des nahenden Osterfestes zugleich.

Herbert Menrath

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