KAMMERCHOR BRUCHSAL e.V.

Letzte Änderung:
19.06.2013, 23:40
Benutzername

Passwort

autom. Login

Der Kammerchor Bruchsal

 

Seit seiner Gründung im Jahr 1984 hat der Kammerchor Bruchsal eine Reihe viel beachteter Konzerte gegeben. Schwerpunkt ist Bruchsal und Umgebung. Der Kammerchor hat sich auch weit über regionale Grenzen hinweg einen Namen gemacht.

Vielfältiges Repertoire und Erfolge

Im umfangreichen Repertoire des Kammerchors nehmen barocke Kompositionen einen breiten Raum ein. Die ganze Bandbreite seines Könnens zeigt er in außergewöhnlichen Projekten, wie etwa der Bühnenaufführung der Oper Dido und Aeneas von H. Purcell und der szenischen Aufführung des Händel-Oratoriums Susanna. Auch seltener aufgeführte Werke, wie etwa das erst jüngst (wieder)entdeckte Passionspasticio von J.S. Bach. Zu den Meilensteinen der jüngeren Erfolgsgeschichte zählen zweifelsohne auch das Weihnachtsoratorium und die Johannespassion von J.S. Bach, die großartige Aufführung des Elias von Mendelssohn-Bartholdy, das Requiem von Gabriel Fauré und das Magnifikat von J.S. Bach.
Bei seiner Konzertreise nach Sachsen mit Distlers „Totentanz” konnte sich der Kammerchor das ungeteilte Lob des Publikums und der Kritiker erwerben. Eine besondere Auszeichnung für den Chor war die Einladung, bei der Aufführung der „Zauberflöte” mitzuwirken. Auch bei dieser Arbeit zeigte der Chor seine Flexibilität und trug auf seine Weise zum Gelingen bei. 2007 sang der Kammerchor zusammen mit den Bruchsaler Schlossspatzen die „Christvesper” von Rudolf Mauersberger in einer festlichen, viele Zuhörer bewegenden Aufführung.
Das Jahr 2009 war für den Kammerchor ein „Bach-Jahr“. Nach den beiden Aufführungen der h-moll Messe im Mai (zusammen mit dem Kammerchor Oberaspach) folgten die Kantaten 1 und 3 aus dem Weihnachtsoratorium.
Im Februar 2011 musizierte der Chor zusammen mit der Karlsruher Barockorchster die „Jahreszeiten” von Joseph Haydn. Der Kritiker bescheinigte dem Chor u.a. „hohe Flexibilität im Umgang mit den figuralen Teilen und präzise Artikulation”.

Im Jahr 2012 konnte der Chor in einer Bearbeitung von Mendelsohns „Lieder ohne Worte” seine Kunst der perfekten Intonation und sensiblen Interpretation in einem viel beachteten Konzert zeigen. Mit der Mitwirkung bei der Aufführung von Verdis Requiem unternahm der Kammerchor im Novemder einen Ausflug in bisher unbekannte Regionen.

 

 

Kulturelle Vielfalt erhalten

Große Aufführungen, wie sie der Kammerchor in Bruchsal bietet, sind fast immer mit hohen Kosten für Orchester, Solisten etc. verbunden. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Inseraten können diese Kosten nur zum Teil decken, so dass auch der Kammerchor ständig bedacht sein muss, finanziell über die Runden zu kommen.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Finanzierung seiner Konzerte und tragen dazu bei, dass der Kammerchor auch weiterhin Glanzlichter im musikalischen Angebot Bruchsals setzen kann. Da der Kammerchor Bruchsal als gemeinnütziger Verein anerkannt ist, können Sie Ihre Spende in voller Höhe steuerlich absetzbar.

Unsere Spendenkonten:

Sparkasse Kraichgau, BLZ 663 500 36
Konto: 109539

Volksbank Bruchsal-Bretten, BLZ 663 912 00

Konto: 49290802

Ihr Jahresbeitrag als förderndes Mitglied des Kammerchors unterstützt unsere musikalische Arbeit. Mehr darüber erfahren Sie bei:

Kammerchor Bruchsal e. V.
Dr. Georg Echle, 1. Vorsitzender
Tel.: 0 72 53 93 19 69
georg.echle@gmx.de



Hinweise zur Homepage an

bernhard (at) dedera.de

(ohne Leerzeichen und mit Klammeräffchen!) 

Achtung: 

Nächste Probe: Montag,

17. 6. 20 Uhr 

Wolfgang Amadeus Mozart
Große Messe in c-Moll

Die Große Messe in c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart, KV 427 (früher 417a), entstand 1782 und ist, obwohl unvollendet, eine der herausragenden Messvertonungen der europäischen Musikgeschichte. Die Bezeichnung „Große Messe“ ist ein späteres Attribut. Formal gehört das Werk zum Typus der Missa solemnis. 
Mozart hat über 70 kirchliche Werke komponiert, darunter insgesamt 18 Messen. Der weitaus überwiegende Teil davon entstand in seiner Salzburger Zeit, also im Zeitraum bis 1781. Die meisten Salzburger Kirchenwerke entstanden im Dienste der Salzburger Erzbischöfe. Erzbischof Colloredo liebte lange Messen nicht, vor allem wenn er sie selber zelebrieren musste. Deshalb durften diese Messen nicht länger als höchstens eine dreiviertel Stunde dauern.
Nach seinem Abschied aus des Fürstbischofs Diensten übersiedelte Mozart nach Wien. Dort hatte er mit Kirche und Kirchenmusik nur mehr wenig zu tun. Als freier Künstler schrieb er in erster Linie Serenaden, Sonaten, Klavierkonzerte, Symphonien und Opern.
Trotzdem begann er im Sommer 1782 ohne jeden äußeren Auftrag (jedenfalls ist von einem solchen bisher nichts bekannt geworden) in Wien eine neue Messe zu schreiben. Am 4. August 1782 hatte die Hochzeit von Wolfgang und Constanze Mozart stattgefunden. Am 17. August 1782 schrieb Mozart: „… mit einem Worte wir sind für einander geschaffen – und gott der alles anordnet, und folglich auch dieses gefüget hat, wird uns nicht verlassen“. An anderer Stelle schrieb Mozart, er habe „in seinem Herzen versprochen, wenn er sie als seine Frau nach Salzburg brächte, dort eine neukomponierte Messe zur Aufführung zu bringen.“
In diesem Gefühl der Frömmigkeit und Liebe begann Mozart mit der Komposition der c-Moll Messe, die er am 26. Oktober 1783 in der Salzburger Peterskirche mit seiner Frau Constanze als Sopran-Solistin aufführen wollte. Da dokumentarische Nachweise für eine Aufführung fehlen, kam es wahrscheinlich gar nicht dazu. Die Messe war möglicherweise als eine Art Votivgabe für Constanze gedacht gewesen. Davon zeugt insbesondere die unvergleichliche Sopranarie Et incarnatus est. Mozart stellte die Messe nicht fertig, was Anlaß für Spekulationen gibt. Ein Grund für ihre Nicht-Fertigstellung mag darin liegen, daß die Josephinischen Kirchenmusik-Reformen es zwischen 1783 und 1790 praktisch keinem österreichischen Komponisten ermöglichten, größer besetzte Kirchenmusik aufzuführen, wie der Musikwissenschaftler Martin Geck herausarbeitete. Ein anderer, dass im Sommer 1783 das erste gemeinsame Kind, Raimund Leopold, am 18. August 1783 bei der Amme in Wien verstorben war (Mozart weilte mit Constanze seit 27. Juli 1783 in Salzburg) und dies die gesamte Familie Mozart in niedergeschlagene Stimmung stürzte. In weiterer Folge hat Mozart das „Kyrie“ und das „Gloria“ der Messe 1785 zu dem Oratorium Davide Penitente umgearbeitet.
Die c-moll-Messe ist ein Monumentalwerk, das den Rahmen der bisherigen Messkompositionen Mozarts sprengte. In jenen Jahren setzte sich Mozart mit den Werken Johann Sebastian Bachs auseinander, die er durch die Vermittlung des Baron Gottfried van Swieten kennenlernte und die eine schöpferische Krise und Überwindung dieser Krise bei Mozart auslösten. Nicht nur Bach steht hinter diesem Werk. Die Italiener des 18. Jahrhunderts erscheinen gleichfalls transfiguriert. Die Fugen am Ende des „Gloria“ und des „Sanctus“ zeigen, in welch hohem Maße Mozart den kontrapunktischen Stil mit eigenem Geist erfüllt hat. Die „Große Messe in c-Moll“ ist Mozarts ehrgeizigste Komposition in dieser Gattung.
Wie sein großes letztes kirchenmusikalisches Werk, das Requiem KV 626, ist auch die Große Messe in c-Moll ein Torso geblieben und wurde von Mozart nicht vollendet. Weite Strecken des „Credo“ und das ganze „Agnus Dei“ fehlen. Der Erstdruck des Fragments erschien bereits 1840 im Verlag von Johann Anton André in Offenbach. 1847 vervollständigte der Wiener Kapellmeister und Komponist Joseph Drechsler das bekannte Fragment für eine Aufführung im Stephansdom zu Wien. Weder Partitur noch Aufführungsmaterial hierzu konnten bislang aufgefunden werden. Alois Schmitt unternahm im Jahr 1901 den Versuch, die Partitur mit Teilen aus anderen Mozart-Messen zu ergänzen und das Werk für die Konzertpraxis zugänglich zu machen. Allerdings wurde diese Bearbeitung u. a. aufgrund des vergrößerten, romantischen Orchesters und ungeschickt gewählter Vorlagen oft als stilfremd kritisiert und wird heute kaum mehr verwendet.
Die erste kritische Ausgabe des Fragments legte H. C. Robbins Landon 1956 in der Edition Eulenburg, Zürich vor; die Urtext-Ausgabe von Monika Holl erschien 1983 in der Neuen Mozart Ausgabe. 1987 erschien im Bärenreiter-Verlag eine rekonstruierte und ergänzte Ausgabe von Prof. Helmut Eder (Salzburg) unter Mitwirkung von Monika Holl und Klaus Martin Ziegler. Eine weitere bedeutende Ausgabe stammt von Richard Maunder (Oxford University Press, 1990), der erstmals im Credo weitergehend Holz- und Blechbläsertimmen ergänzte.
Vervollständigungs-Versuche der fehlenden Teile des Credo und des Agnus Dei stammen u. a. von Phillip Wilby (Novello), Robert Levin (Carus) und Benjamin Gunnar Cohrs (Musikproduktion Höflich).